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Oranienburg wächst - Baulandstrategie wird diskutiert

27.12.2017

Ob Einwohnerzahlen, wirtschaftliche Entwicklung oder Wohnungsbau: Oranienburg wächst überdurchschnittlich und erfreut sich als Ort zum Wohnen, Leben und Arbeiten ungebremster Beliebtheit. Um die Entwicklung in gute Bahnen zu lenken, werden eine Baulandstrategie sowie eine Folgekostenrichtlinie erarbeitet.
 

Mit dem prognostizierten Bevölkerungszuwachs (Details unten) müssen sich die soziale und verkehrliche Infrastruktur und der Wohnraum mitentwickeln. Immer mehr Menschen ziehen nach Oranienburg und deshalb gilt es nun, die Frage zu beantworten, wo und wie diese wohnen werden bzw. wie neuer Wohnraum geschaffen werden kann.

 

Deshalb hat die Stadt den Entwurf einer Baulandstrategie erarbeitet, die in den kommenden Monaten in der Öffentlichkeit diskutiert werden soll. Gegenstand der Diskussionen werden sowohl Flächenentwicklungspotenziale in der Kernstadt und den Ortsteilen als auch Handlungsmöglichkeiten für die Bauleitplanung, die Liegenschaftspolitik und die verkehrliche sowie soziale Infrastruktur, wie Kitas und Schulen, sein.

 

Die Baulandstrategie soll künftig ein zentrales Element der Stadtentwicklungsplanung sein. Mit ihr entsteht eine solide Grundlage, auf der Oranienburg in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.

 

 

„Mit der Baulandstrategie wollen wir nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern die positive Veränderung Oranienburgs und seiner Ortsteile bewusst steuern“, sagt Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke.

 

 

Das starke Bevölkerungswachstums führt nicht nur zu der Notwendigkeit, neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch zu einer zunehmenden Belastung der sozialen Infrastruktur. Damit aus Belastung nicht Überlastung wird, soll parallel zur Baulandstrategie eine Folgekostenrichtlinie auf den Weg gebracht werden. Darin soll unter anderem geregelt sein, in welchem Umfang Investoren für Wohnungsbau an den Kosten für die durch den Neubau benötigte soziale Infrastruktur beteiligt werden können. Damit soll erreicht werden, dass Bauherren von Wohngebieten in angemessenem Umfang auch dafür zu sorgen haben, dass genügend Kitas, Schulen und Spielplätze zur Verfügung stehen.

 

Den Mitgliedern des Bauausschusses wurde in ihrer Sitzung am 14.11.2017 bereits ein erster Entwurf als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Ziel ist es, dass die Baulandstrategie in den kommenden Monaten finalisiert wird und in einen Beschluss mündet.

 

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Die im Folgenden aufgeführten Zahlen sind Ergebnis der Untersuchungen, die die Stadt Oranienburg bei der Erarbeitung einer Baulandstrategie hat durchführen lassen:

 

Bevölkerung

Oranienburg hat nach wie vor eine sprunghafte Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen, was vor allem auf den Zuzug von Menschen aus Berlin und dem Landkreis Oberhavel zurückzuführen ist. 44 911 Menschen leben derzeit in Oranienburg (Stand 13.11.2017), 2013 waren es noch 42 727 (Stand 31.12.2013). In Kürze dürfte die Marke von 45 000 Einwohnern geknackt werden. Auch weiterhin ist von einer stetig wachsenden Bevölkerung auszugehen. Derzeit wird prognostiziert, dass die Stadt Oranienburg im Jahr 2030 rund 50 900 Einwohnerinnen und Einwohner haben wird.

 

Seit 2012 sind ein Anstieg des Zuzugs von 30- bis 55-Jährigen sowie ein positiver Saldo auch bei den unter 18-Jährigen zu verzeichnen. Bei der ersten Altersgruppe handelt es sich in erster Linie um ehemalige Berlinerinnen und Berliner, die zur Familiengründung sowie zum Hauserwerb nach Oranienburg gezogen sind und somit um die typische Suburbanisierung junger Familien. Der Anstieg der Baufertigstellungen im Ein- und Zweifamilienhaussegment passt hier gut ins Bild. Bei den 18- bis 25-Jährigen zeigt sich, dass diese erfreulicherweise immer seltener abwandern. Dies liegt wahrscheinlich an der guten sozialen Infrastruktur, der günstigen Verkehrsanbindung Oranienburgs aber auch an einer Verbesserung der Jobperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten in Oranienburg sowie an den gestiegenen Mieten in Berlin, die Studierende aus Oranienburg dazu bewegen, nicht dorthin zu ziehen, sondern eher zu pendeln. Ergänzend kann bei den über 55-Jährigen seit 2012 zwar ein leicht rückläufiges, aber dennoch positives Zuwanderungs-Plus beobachtet werden.

 

Die Entwicklung der Geburtenzahl zeigt, dass nach wie vor im Verhältnis zu den Sterbefällen weniger Kinder in Oranienburg geboren werden, die Anzahl der Kinder jedoch durch die gegenwärtige Zuzugsentwicklung ausgeglichen wird. Derzeit leben in Oranienburg und den Ortsteilen insgesamt 4934 Kinder zwischen 0 und 12 (Stand 31.12.2016). Bis 2028 wird von einer Zunahme von Schulkindern zwischen 6 und 12 Jahren von derzeit 2458 auf 3167 ausgegangen. Dies ist vor allem auf den Zuzug von Familien mit Kindern zurückzuführen. Mit einem ambitionierten Schul- und Kitabauprogramm unternimmt die Stadt große Anstrengungen, den daraus wachsenden Bedarf zu decken.

 

Wohnungsbau

In Oranienburg gab es Ende 2016 genau 21 842 Wohnungen (zum Vergleich Ende 2014: 21 490 Wohnungen), wovon sich etwa die Hälfte in Ein- und Zweifamilienhäusern befindet.

 

Der größte Anteil mit etwa 10 000 Wohnungen (circa 47 Prozent) wurde erst nach 1990 gebaut. Somit entstand rund die Hälfte des derzeitigen Wohnungsbestandes in Oranienburg nach der Wende. Dies entspricht in den 25 Jahren seither einer durchschnittlichen Fertigstellung von rund 400 Wohnungen pro Jahr. Rund 32 Prozent des Wohnungsbestandes stammen von vor 1948. Rund 21 Prozent aller Wohnungen wurden in der DDR-Zeit zwischen 1949 und 1990 errichtet.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

Oranienburg erlebt in den letzten Jahren auch einen erfreulichen Wirtschaftsboom. Seit 2005 ist sowohl die Anzahl der Unternehmen als auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2005 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs um 25 Prozent und somit jährlich um circa 430 angewachsen. Diese Steigerung lag sogar rund 15 Prozent über dem Landesdurchschnitt in Brandenburg. Damit hat sich die Stadt als wichtigster Wirtschafts- und Verwaltungsstandort im nördlichen Berliner Umland weiter etabliert.

 

Viele Oranienburgerinnen und Oranienburger fahren zum Arbeiten weiterhin nach Berlin. Ein Blick auf die Pendlerzahlen zeigt aber, dass inzwischen die Anzahl der Auspendler die der Einpendler nur noch um gut 100 übersteigt: 11 074 Auspendler stehen 10960 Einpendlern gegenüber (Stand 30.6.2016). Seit 2005 hat sich die Zahl der Einpendler um fast 4 000 erhöht. Immer mehr Menschen finden also auch in der Stadt einen attraktiven Arbeitsplatz.
 

 

Foto: Ein Bild vom Schloss Oranienburg, im Vordergrund fließt die Havel. Foto: Frank Sperling