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tolerantes Brandenburg

Stolpersteine in der Freiburger Straße verlegt

11.09.2017

Seit vergangener Woche erinnern in der Freiburger Straße drei Stolpersteine an die jüdische Familie Baerwald, die 1940 vor den Nationalsozialisten fliehen musste.

 

Seit 2005 erinnern in Oranienburg Stolpersteine an Menschen, die einst in der Stadt zu Hause waren und zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert oder vertrieben worden sind. 59 dieser Steine wurden bereits verlegt, am 7. September sind drei weitere hinzugekommen. Sie sind der jüdischen Familie Baerwald gewidmet: Dr. Max Baerwald (Jahrgang 1881), Dora Baerwald (Jahrgang 1895) und ihrer Tochter Leonore Baerwald (Jahrgang 1922). Die kleinen Gedenktafeln wurden vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Freiburger Straße (damals Markgrafenstraße 2) in den Gehweg eingelassen.

 

Der Familienvater Dr. Max Baerwald war bis zur Flucht ein angesehener, politisch aktiver Bürger der Stadt. Er war Notar und letzter Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Das Wohnhaus der Familie wurde bei späteren Bombardierungen komplett zerstört.

 

Etwa 80 Interessierte kamen zur Stolpersteinverlegung. Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums begleiteten die Veranstaltung musikalisch und berichteten darüber hinaus über die Flucht der Familie aus Oranienburg nach Shanghai und schließlich in die USA. Neben dem Bürgermeister waren unter anderem Minette von Krosigk – schon seit Jahren eine wichtige Förderin der Stolpersteinverlegungen in Oranienburg – sowie Stadthistoriker Hans Biereigel mit dabei. Die drei Stolpersteine wurden erneut von dem Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Der Initiator des Stolpersteinprojekts hat bereits 611 000 solcher Steine europaweit verlegt, 1 200 davon in Deutschland.

 

Etwa 50 Patinnen und Paten finanzieren die Stolpersteine in Oranienburg. 125 Euro kostet die Anfertigung eines Steins, der mit einer Messingplatte versehen ist, auf der die Namen und Lebensdaten der Opfer eingraviert sind.