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Fischerkiez: Zukünftige Pläne

02.08.2018

Sie liegt im Herzen von Oranienburg und direkt am Wasser: Eine Fläche von rund 3,1 Hektar zwischen Havel und Lehnitzstraße, östlich und westlich vom Fischerweg. Die Stadtverwaltung möchte dieses Gebiet perspektivisch gerne so entwickeln, dass es allen Oranienburgerinnen und Oranienburgern zugutekommt.

 

 

Baudezernent Frank Oltersdorf im Interview:

 

Worum geht es im so genannten Fischerkiez?

Wir haben hier unmittelbar im Stadtzentrum eine Fläche, die im Moment überwiegend von Kleingärten sowie dem Wassersportverein Möwe genutzt wird. Wir möchten diese Fläche zu einem Viertel entwickeln, das der Allgemeinheit, also möglichst allen Oranienburgern zugutekommt. Das ist im Moment so nicht der Fall, an vielen Punkten kommt man gar nicht richtig ans Ufer heran. Das ist schade! Und dann ist da ja auch noch die große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum.

 

Wie soll die Fläche denn eines Tages aussehen?

Wohnen, Arbeiten, Freizeit. Das ist es, was uns vorschwebt. Ein Innenstadtviertel, in dem man gut leben kann, mit Zugang zum Wasser. Ob Wohnungen, Gaststätte, Spielplätze, ein schöner grüner Park, kleinere Gewerbe – alles ist möglich. Wichtig ist uns, unsere städtischen Flächen im Sinne aller Oranienburger und für alle Oranienburger nutzbar zu machen.

 

Wie soll das geschehen?

Wenn die Stadtverordneten in ihrer Sitzung im Oktober grünes Licht geben, möchte die Stadt als erstes gern einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausloben.

 

Also entscheiden nur Fachleute über die Zukunft dieser Fläche?

Ganz und gar nicht. Natürlich werden die Bürgerinnen und Bürger beteiligt. So ein Wettbewerb ist aber der erste und ein wichtiger Schritt, ohne den es nicht geht. Architekten, Stadt- und Fachplaner erarbeiten ein Konzept und schaffen damit die Voraussetzungen für die anschließende fachliche, politische und natürlich öffentliche Diskussion. Dafür haben Stadtplaner und Architekten im Übrigen studiert, um professionelle Antworten auf städtebauliche Fragen zu finden. Die Öffentlichkeit darf von der Stadt verlangen, qualifizierte und ganzheitliche Lösungen vorgelegt zu bekommen, die nicht nur die Interessen einzelner, sondern der Gemeinschaft berücksichtigen. Das Wettbewerbsergebnis soll dann die Grundlage für umfangreiche Beteiligungsprozesse sein.

 

Von welchem Zeitraum reden wir?

So schnell rollt kein Bagger an! Wenn alles so läuft wie geplant, könnte der Ideenwettbewerb 2019 stattfinden. Dann wird ein Preisgericht die Wettbewerbsarbeiten beurteilen. Erst im Anschluss kann, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden. Allein das dauert dann noch einmal zwei bis drei Jahre. Das Ziel in diesem Prozess ist, die Planungen und Auswirkungen aufzuzeigen und den Bürgern zu ermöglichen, ihre Anregungen dazu einzubringen. Auch zahlreiche Behörden werden beteiligt. Dabei wird der Entwurf immer weiter verfeinert und angepasst, bis am Ende der fertige Bebauungsplan steht. Deshalb könnte frühestens in 2024 oder 2025 ein Bauzaun aufgestellt werden.

 

Was für Wohnraum ist vorgesehen?

Mit den Überlegungen, den Bereich rund um den Fischerweg zu entwickeln, wollen wir auch der Notwendigkeit an bezahlbarem Wohnraum nachkommen. Es geht ausdrücklich nicht darum, exklusive Stadtvillen zu bauen. Genauso wenig denken wir an übergroße Elfgeschosser. Wir streben eine ausgewogene Mischung mit unterschiedlichem Preisniveau an.

 

Was passiert mit den Kleingärten und dem Wassersportverein?

Niemand wird einfach so vor die Tür gesetzt! Wir sind mit allen Beteiligten im Gespräch. Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses und sollten das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Erst einmal bringen wir hoffentlich einen kreativen und interessanten Wettbewerb auf den Weg. Und vielleicht beinhaltet der ja sogar Lösungen, welche die heutigen Nutzungen am Standort einbezieht. Und wenn nicht, finden wir gemeinsam neue Lösungen, die vielleicht sogar noch besser sind, so wie das die Stadtverwaltung ja schon zur Vorbereitung der Landesgartenschau auch bei anderen Nutzungen erfolgreich praktiziert hat. Noch einmal: Wir möchten die Fläche zugunsten der Oranienburger entwickeln, wir haben als Stadt das Wohl aller im Blick. Somit suchen wir nach einer Lösung, die der Allgemeinheit dient, aber auch die Einzelinteressen – also der Kleingärtner und des Wassersportvereins – berücksichtigt.

 

Einige befürchten, dass die Uferbereiche zugebaut werden oder nur noch für wenige zugänglich sind.

Das Gegenteil ist der Fall! Man muss sich nur an der Havel zwischen dem heutigen Schlosshafen und der Walter-Bothe-Straße umsehen. In den letzten fast zwei Jahrzehnten haben wir Stück für Stück daran gearbeitet, diesen Bereich den Oranienburgern zurückzugeben und erlebbar zu machen. Wo einst Kasernengelände, Trampelpfad und pure Wildnis waren, kann man heute am Ufer entlang flanieren und sich direkt ans Wasser setzen. Das war früher überhaupt nicht möglich. Stellenweise kam man gar nicht durch. Die Uferbereiche an der Havel sind schützenswert und ein Gut auch für die Allgemeinheit – das ist und bleibt so. Es wäre ja ziemlich unlogisch die Errungenschaften der letzten Jahre wieder rückgängig zu machen. Wir wollen den Weg der vergangenen Jahre fortsetzen.

 

Wo sehen Sie den Fischerkiez in zehn Jahren?

Ich bin zuversichtlich, dass wir dort eines Tages ein tolles Viertel haben, in dem die Oranienburger die Seele baumeln lassen, das Wasser genießen, spielen oder flanieren können und einige von ihnen gleich dort wohnen oder arbeiten. Das wird ein richtig schöner Fleck Erde, an dem wir uns wohlfühlen werden. Darauf können wir uns alle freuen!