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Zertifikat »Familiengerechte Kommune«
tolerantes Brandenburg
 

Oranienburger Toleranzpreis 2012

 

 

 

Toleranzpreis LOGO

   

Das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum Oranienburg und Zehdenick ist mit dem Filmprojekt »Leben nach dem Überleben – Regina & Zwi Helmut Steinitz«, produziert in Kooperation mit dem Waidak Media e. V. aus Berlin, der Gewinner des Oranienburger Toleranzpreises 2012. Der Preis wird von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen gemeinsam vergeben.

 

In der Begründung der Jury heißt es:

 

»Zwi Steinitz ist durch die schlimmen Erfahrungen während des Nationalsozialismus so traumatisiert gewesen, dass er eigentlich nie mehr nach Deutschland reisen wollte. Anlässlich der Reise des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck kam es zur Begegnung der Brandenburger Delegation mit dem Holocaust-Überlebenden Zwi Helmut Steinitz. Durch den persönlichen Kontakt überwand er seine Bedenken und kehrte 61 Jahre später auf Einladung des Oberstufenzentrums Georg-Mendheim doch nach Deutschland zurück. Von der Demokratie und der erlebten Zivilcourage war er bei dieser Reise so angetan, dass er seitdem drei- bis viermal im Jahr nach Deutschland fährt, um als einer der letzten Zeitzeugen insbesondere jungen Leuten seine Lebenserfahrungen zu vermitteln.

 

Dass es dieses »neue Deutschland« gibt, hat Zwi Steinitz durch die Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums (OSZ) erfahren. Ihre Projektarbeit wird von der Jury als unglaublich kreativ bewertet. Der Preis soll dem OSZ dabei helfen, weitere Projekte dieser Art zu realisieren und beispielhaft auf andere Bildungseinrichtungen im Land Brandenburg zu wirken.

 

Die Jugendlichen lernten Zeitzeugen kennen und bekamen einen Eindruck vom Leben und Überleben unter dem Hitler-Regime sowie vom Neuanfang in Israel. Die historischen und politischen Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler wurden gestärkt.

 

Der Film wurde an allen drei Standorten des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums gezeigt. Darüber hinaus wird er gern im Geschichtsunterricht der Oberschulen eingesetzt, mit denen das OSZ seit Jahren kooperiert. Die Perspektive der jungen Filmemacher bietet vor allem jungen Leuten einen neuen Zugang zum Thema.

 

Im April 2011 wurde der Film vor rund 30 Überlebenden aus Israel gezeigt, Anlass war die Gedenkfeier der Befreiung der Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück.

 

Im Mai 2011 war der Film Inhalt eines Workshops auf dem 8. Berlin-Brandenburgischen Forum für zeitgeschichtliche Bildung der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Außerdem wurde die berührende Dokumentation anlässlich der Friedensdekade der evangelischen Kirche im November 2011 in der Oranienburger Nicolaikirche erneut aufgeführt.«

 

Alle Informationen zum Siegerprojekt

 

Einen Sonderpreis des Ministerpräsidenten für langjähriges Engagement gegen Rechtsradikalismus und für Vielfalt und Toleranz erhielt das Oranienburger »Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt«.

  

Wer vergibt den "Toleranzpreis"?

 

Die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen sind Partner bei der Auslobung und Vergabe des „Oranienburger Toleranzpreises“. 2010 wurde der Preis anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen erstmals vergeben. Gemeinsame Preisträger waren das Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum Hennigsdorf und das Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße in Bremen.

 



Dokumentationsbroschüre des Toleranzpreises 2012
PDF-Download: Hier finden Sie die vollständige Dokumentation des Toleranzpreises 2012 als PDF-Dokument zum Download (5 MB) >> Toleranzpreisbrochüre 2012
Online lesen: Hier können Sie die Broschüre in einem speziellen Viewer komfortabel online lesen >> online lesen

 

 

Die Stadt Oranienburg, zu deren Selbstverständnis die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen gehört, hat sich 2008 zum Leitbild der Toleranz bekannt. Ebenfalls seit 2008 ist die Stadt ein von der Bundesregierung ausgezeichneter „Ort der Vielfalt“ und als erste brandenburgische Kommune Partner der Initiative der Landesregierung „Tolerantes Brandenburg“ geworden. Sie unterstützt zahlreiche Projekte gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und setzt sich für eine kulturelle und soziale Vielfalt vor Ort ein. Die Stadt Oranienburg ist sich hierbei seiner besonderen historischen Verantwortung bewusst.

 

Die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen wurde 1993 Bestandteil der neu gegründeten Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Ein umfangreicher Prozess der Sanierung und Neugestaltung ist nahezu abgeschlossen. In derzeit 12 unterschiedlichen Dauerausstellungen an den authentischen Orten wird die vielfältige Geschichte des Ortes für die jährlich mehr als 400.000 Besucher aus dem In- und Ausland erfahrbar. Die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen wird ein Ort der Trauer und des Gedenkens bleiben. Zugleich hat sie sich zu einem modernen zeithistorischen Museum mit besonderen Aufgaben zum Beispiel bei der humanitären Betreuung von Überlebenden und Angehörigen oder bei der historisch-politischen Bildung gewandelt.

 

Geschichtlicher Hintergrund:

 

Bereits im März 1933 errichtete die Oranienburger SA in einer alten Brauerei im Stadtzentrum das erste Konzentrationslager in Preußen, das im Juni 1934 von der SS übernommen und wenig später geschlossen wurde. Ab 1936 errichtete die SS am Stadtrand von Oranienburg das Konzentrationslager Sachsenhausen. Es spielte als Modell- und Schulungslager eine besondere Rolle im KZ-System. Ab 1938 befand sich in Oranienburg die Verwaltungszentrale der SS für sämtliche Konzentrationslager. Bis 1945 waren im KZ Sachsenhausen 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert, Zehntausende kamen während der Haft um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen. Auf den Todesmärschen Ende April 1945 starben noch einmal Tausende Häftlinge. Die rund 3.000 im Hauptlager zurück gelassenen Häftlinge wurden am 22./23. April 1945 von sowjetischen und polnischen Soldaten befreit.

 

Von 1945 bis 1950 befand sich im Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers das sowjetische Speziallager Nr. 7/Nr. 1. In den Baracken wurden erneut 60.000 Menschen inhaftiert, mindestens 12.000 von ihnen überlebten das Lager nicht.

 

 

Wer konnte sich bewerben?

 

Toleranz im Sinne dieses Preises soll nicht nur im engen Sinne politisch verstanden werden, sondern sich insbesondere auch auf das alltägliche Leben der Menschen beziehen. Grundsätzlich soll ein beworbenes Projekt wirkungsvoll zur Toleranzstärkung und Demokratieentwicklung beitragen und nichtkommerziell sein. Neben entschiedenem Auftreten gegenüber rechtsextremen Aktivitäten zählt hierzu auch der Einsatz für eine Kultur des toleranten Willkommens gegenüber Gästen, Neubürgern und anderen Kulturen sowie das Mitwirken an einem bunten und lebendigen Stadt- und Kulturleben. Besondere Beachtung erhalten Projekte, denen eine vorbildhafte Verknüpfung von historischer Aufarbeitung und gegenwärtigem Engagement gelingt.

 

Bewerben konnten sich Initiativen, soziale Einrichtungen (Schulen, Kitas etc.), Unternehmen, Kultureinrichtungen, Einzelbewerber aus ganz Brandenburg. Als Wettbewerbsbeiträge konnten eingereicht werden: Beispielhafte Einzelaktionen von Zivilcourage im Alltag, langfristige Projekte, Aktionen, Veranstaltungsreihen oder gesellschaftliche Initiativen.

 

 

Die Bewerbung musste unter Erfüllung folgender Kategorien erfolgen:

 

  1. Allgemeine Angaben zum Projekt bzw. der Person, die ausgezeichnet werden soll. (Projektname und Angaben zum Projektrahmen wie Durchführungszeitraum, Anzahl der Beteiligten)
  2. Benennung der Zielgruppen des Projektes
  3. Eine Kurzbeschreibung des Projektes (Ziele, Inhalte, Wirkung, ggf. Projektfinanzie­rung). Vor allem die angestrebte oder bereits aufgetretene Wirkung auf das Umfeld sollte hier beschrieben werden. Wie und warum kann der Wettbewerbsbeitrag zur Toleranzentwicklung beitragen bzw. hat er das bereits getan?
  4. Informationen/Nachweise zur Akzeptanz innerhalb der Zielgruppen
  5. Profil der Projektträger (Alter; Anzahl der Teilnehmenden; Verantwortliche)
  6. Weitere Projektnachweise (Presseberichte, Veröffentlichungen etc.)

 

Auswahl der Preisträger und Preisverleihung

 

Eine Jury hat den Gewinner des 2. Oranienburger Toleranzpreises ermittelt. Eine Projektdokumentation soll auch die Bewerbungen würdigen, die nicht den ersten Platz erreichen konnten. Die Verleihung des „Oranienburger Toleranzpreises“ findet anlässlich des 67. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen am 20. April 2012 statt. Der Ort der Preisverleihung ist die Orangerie im Schlosspark Oranienburg.

 

Das Preisgeld beträgt 3.000 Euro.

 

 

Impressum und Ansprechpartner:

 

Museum und Gedenkstätte Sachsenhausen

Herr Dr. Horst Seferens

Straße der Nationen 22

16515 Oranienburg

 

Stadt Oranienburg

Herr Björn Lüttmann

Schloßplatz 1

16515 Oranienburg

 

 

Partner des Oranienburger Toleranzpreises:

 

 

DGB Mark Brandenburg

 

 

 

Tolerantes Brandenburg