Klimafolgenanpassung in Oranienburg [neu]
Webseite Klimaanpassung – Einführungstext allgemein
Oranienburg – krisenfest und zukunftssicher
Das Klimaanpassungskonzept für Oranienburg
Die Folgen des globalen Klimawandels sind auch in Oranienburg zu spüren: häufigere Hitzetage und Starkregenereignisse sowie längere Trockenperioden. Brandenburg ist nach Berlin das zweitwärmste Bundesland Deutschlands und verzeichnet bereits jetzt einen überdurchschnittlichen Temperaturanstieg. Allein in den vergangenen 20 Jahren haben Stürme, Starkregen und Überschwemmungen im Landkreis Oberhavel pro Gebäude einen durchschnittlichen Schaden von mehr als 2.600 Euro angerichtet – den höchsten Wert in ganz Berlin/Brandenburg.
Unsere Umwelt wird sich im Zuge des Klimawandels weiter verändern. Wie stark, hängt maßgeblich von unseren Klimaschutzbemühungen ab. Seit 2021 widmet sich das Klimaschutz- und Energiemanagement der Stadt der Reduktion von Treibhausgasen und versucht damit den Klimawandel einzudämmen. Dort, wo die Folgen der globalen Erwärmung bereits wahrnehmbar und nicht mehr abzuwenden sind, setzt die Klimaanpassung an.
Sie hat das Ziel, die Verwundbarkeit gegenüber Extremwetterereignissen zu verringern und Schäden zu vermeiden. Durch die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen wird Vorsorge betrieben und die Gesellschaft sowie Ökosysteme geschützt.
Was ist Klimaanpassung?
Beim Klimaschutz geht es darum, Treibhausgase zu reduzieren und so den Klimawandel aufzuhalten oder zumindest einzudämmen. Klimaanpassung hingegen befasst sich mit den unvermeidlichen Folgen des Klimawandels, wie Hitze, Dürreperioden und Starkregenereignisse, die künftig immer häufiger und intensiver auftreten werden. Klimaanpassung hat das Ziel, die Verwundbarkeit gegenüber diesen Risiken zu verringern und Schäden zu vermeiden. Durch die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen wird Vorsorge betrieben und die Gesellschaft sowie Ökosysteme geschützt.
Auf welche Folgen des Klimawandels muss man sich in Oranienburg besonders einstellen?
Weltweit sind die Folgen des Klimawandels zu spüren. Das Jahr 2024 war weltweit das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und Brandenburg eines der heißesten Bundesländer Deutschlands. Brandenburg ist damit ein deutschlandweiter Hotspot der klimatischen Veränderungen. Im Sommer 2022 wurden Temperaturrekorde bis zu 39,2 °C erreicht.
Auch die Stadt Oranienburg ist zunehmend davon betroffen.
In Oranienburg wird bereits ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 2,8 °C im Vergleich zum Zeitraum 1961–1990 verzeichnet (2024). Das ist rund doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt.
Quelle: UBA, 2021. Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland.
Eine Folge ist die zunehmende Anzahl Hitzetoter (brandenburgweit 362 im Jahr 2018) und starke Trockenheit. In diesem Frühjahr fiel lediglich ein Drittel der üblichen Regenmengen – so wenig wie seit über 100 Jahren nicht. Weitere Folgen sind Ernteausfälle in der Landwirtschaft und zunehmende Waldbrandgefahr. Allein 2023 wurden in Brandenburg mehr als 750 Hektar Wald durch Brände zerstört. Ein Absinken des Grundwasserspiegels gefährdet zunehmend die natürlichen Trinkwasserressourcen.
Statistisch gesehen gibt es nur eine geringe Änderung des gesamten Niederschlagsvolumens. Vielmehr kommt es häufiger zu extremen Situationen, wie längeren Trockenphasen und plötzlichen Starkregenereignissen. Solch ein Starkregenereignis hat Oranienburg 2017 erlebt.
Die Folge sind Schäden, die allein von 2000 bis 2021 für ganz Deutschland mindestens 145 Milliarden Euro umfassten. Bis 2050 sind bis zu 900 Milliarden Euro prognostiziert.
Der Landkreis Oberhavel zählt laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu den am stärksten von Naturgefahren betroffenen Regionen in Berlin/Brandenburg. In den vergangenen 20 Jahren wurden dort durch Stürme, Starkregen und Überschwemmungen durchschnittlich Schäden von über 2600 Euro pro Gebäude festgestellt.
Zudem kommen verschiedene Studien zu dem Ergebnis, dass die Folgeschäden des Klimawandels bereits heute größer sind als die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen. Die größten wirtschaftlichen Verluste entstehen durch steigende Durchschnittstemperaturen und zunehmende tägliche Temperaturschwankungen, die u.a. Arbeits- und landwirtschaftliche Produktivität beeinträchtigen.
Dies ist vor allem vor dem Hintergrund relevant, dass für die Jahre 2070 – 2100 in Brandenburg eine weiterhin starke Veränderung des Klimas vorausgesagt werden, d.h. +24 zusätzliche Hitzetage (> 30°C), + 41 Sommertage (> 25°C), - 51 Frosttage (Tmin < 0°C).
Quelle: Markus Flaute et al. (2022): Volkswirtschaftliche Folgekosten durch Klimawandel: Szenarioanalyse bis 2050, S. 79.
Was ist das Klimaanpassungsgesetz?
Als Reaktion auf die zunehmenden Extremwetterereignisse hat die Bundesregierung das bundesweite Klimaanpassungsgesetz (KAnG) verabschiedet, das am 1. Juli 2024 in Kraft trat. Es schafft einen strategischen Rahmen und verpflichtet Bund, Länder und Kommunen zur Entwicklung und Umsetzung von vorsorgenden Klimaanpassungsstrategien und kommunalen Klimaanpassungskonzepten. Diese beinhalten messbare Ziele zum Schutz von Leben, Infrastruktur, Wirtschaft und Ökosystemen.
Ein zentrales Element des Gesetzes ist das Berücksichtigungsgebot (§ 8 Abs. 1 KAnG). Seit 1. Januar 2025 müssen öffentliche Träger, also auch die Stadt Oranienburg, bei ihren Planungen und Entscheidungen sowohl bereits eingetretene als auch künftig zu erwartende Folgen des Klimawandels berücksichtigen. Konkret betrifft dies:
- Überflutung oder Überschwemmung bei Starkregen, Sturzfluten oder Hochwasser,
- Absinken des Grundwasserspiegels, Trockenheit oder Niedrigwasser,
- Bodenerosion,
- Erzeugung oder Verstärkung lokaler Wärmeinseln.
Gleichzeitig sollen Versickerungs-, Speicher- und Verdunstungsflächen im Sinne einer wassersensiblen Entwicklung möglichst erhalten bleiben.
Auch das Baugesetzbuch (BauGB) fordert seit Längerem in § 1 Abs. 5, dass Bauleitpläne eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, u.a. durch Klimaschutz und Klimaanpassung, gewährleisten. Bauleitpläne sollen dazu beitragen eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen schützen.
KAnG - Bundes-Klimaanpassungsgesetz
Beschlüsse und Finanzierung/Förderung
Aufgrund dieser starken lokalen Betroffenheit und der zunehmenden gesetzlichen Grundlagen auf Bundes- und Landesebene hat die Stadtverordnetenversammlung Oranienburgs am 10.10.2022 die Erstellung eines Hitzeaktionsplans beschlossen (Beschluss-Nr.: 521/20/22 zum Antrag A/0206/2022) sowie am 09.10.2023 die Erstellung einer Klimarisikoanalyse und eines umfassenden Klimaanpassungskonzeptes (Beschluss-Nr.: 618/25/2023 zum Antrag Nr. A/0247/2023).
Um diese Beschlüsse umzusetzen hat die Stadt Oranienburg im Dezember 2023 einen Förderantrag auf Gewährung einer Bundeszuwendung auf Ausgabenbasis (AZA) an das BMUV gestellt. Die Fördermaßnahme „DAS-ANK-A1: Erstellung eines Konzeptes zur nachhaltigen Klimaanpassung & für natürlichen Klimaschutz“ wurde im Juni 2024 bewilligt. Die Projektförderung beträgt im Rahmen einer Anteilfinanzierung eine nicht rückzahlbare Zuwendung von 79,50 v.H. der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 192.805,15 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 49.717,05 Euro. Die Projektlaufzeit läuft aktuell vom 01.09.2024 bis 31.08.2026.
Sechs Monate vor Ende der Projektlaufzeit kann ein Folgeantrag zur Umsetzung der Maßnahmen gestellt werden. Die Folgeförderung beläuft sich auf weitere 3 Jahre.
Titel des Vorhabens: ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz in Oranienburg
Förderkennzeichen: 67DAAN0141
Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)
Förderschwerpunkt: FSP A.1 Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz
Laufzeit: 01.09.2024 – 31.08.2026
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz - Klimaanpassung
Zukunft Umwelt Gesellschaft - Förderung zur Klimaanpassung
Mit der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" fördert das Bundesumweltministerium Vorhaben, die Antworten auf die Folgen der Erderwärmung wie Hitzeperioden, Hochwasser oder Starkregenereignisse liefern und die Anpassung an den Klimawandel unterstützen.
Was ist ein Klimaanpassungskonzept?
Die Beauftragte für Klimaanpassung/Klimaanpassungsmanagerin hat die Aufgabe, für das Kommunalgebiet Oranienburg ein Klimaanpassungskonzept (KLAK) zu erstellen. Was genau ein Klimaanpassungskonzept ist, wie dieses aufgebaut ist und welche Anforderungen es gibt, wird in dem untenstehenden Video erläutert.
(Video)
Prozess
Dieses Klimaanpassungskonzept befindet sich derzeit in Bearbeitung. Bei der Entwicklung des Klimaanpassungskonzeptes ist die Stadt Oranienburg die „Planungsverantwortliche Stelle“. Im Ergebnis soll eine flächendeckende Klimaanalyse, Planungshinweiskarte und ein Maßnahmenkatalog für das gesamte Gemeindegebiet inklusive aller Ortsteile vorliegen.
Die Entwicklung des Klimaanpassungskonzeptes verläuft in vorgegebenen Phasen (vom Fördermittelgeber). Am Anfang steht die Bestandsaufnahme, die sowohl das Klima bis zum jetzigen Zeitpunkt untersucht als auch zwei Zukunftsszenarien ermittelt.
In der folgenden Betroffenheitsanalyse werden Herausforderungen und Chancen analysiert, die auf die Kommune durch die Veränderung des Klimas zukommen. Es wird insbesondere die Verwundbarkeit sozialer/kritischer Infrastrukturen (Schulen, Kitas, Krankenhäuser, Seniorenheime etc.) und definierter Risikogruppen untersucht. Vom Klimawandel besonders betroffene geographische Räume werden als Hotspots markiert. Dem wird die Anpassungskapazität der Kommune gegenübergestellt.
Das Herzstück des Konzeptes bildet die Gesamtstrategie mit konkretem Maßnahmenplan. Dieser beinhaltet die zentralen kurz-/mittel-/langfristigen Maßnahmen für eine geeignete Vorsorge gegenüber den zunehmenden Gefahren.
Der gesamte Prozess wird unter Beteiligung relevanter Akteure und der Öffentlichkeit stattfinden.
Den Abschluss bilden eine Verstetigungsstrategie sowie ein Controllingkonzept, die aufzeigen, wie die Umsetzung nachhaltig verankert und der Fortschritt gemessen werden kann.
Beteiligung
Während des gesamten Prozesses ist die umfassende Beteiligung verschiedener Akteure unverzichtbar. Durch die frühzeitige und gut organisierte Einbindung betroffener Interessengruppen – wie Bürgerinnen und Bürger, öffentliche Stellen und weitere relevante Beteiligte – soll ein gemeinschaftlicher Arbeitsprozess entstehen. Ihre Erfahrungen und Perspektiven spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Gesamtstrategie und der Maßnahmen.
Am 03. Juli 2025 fand die Auftaktveranstaltung für die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, die Fachakteure und die Öffentlichkeit statt. Bei der Veranstaltung wurde ins Thema, den Prozess und die ersten Ergebnisse eingeführt. Hier wurde auch eine erste Version der Klimaanalysekarte vorgestellt. Dieser Zwischenstand wird im weiteren Verlauf der Konzepterstellung überarbeitet. Im Anschluss an die Präsentation gab es einen Workshop, um die lokalen Betroffenheiten zu ermitteln. An Pinnwänden wurde gesammelt, welche Gefahren sich aus den zunehmenden Extremwetterereignissen ergeben und über welche Potenziale die Stadt bereits verfügt mit diesen umzugehen.
Für alle die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten und die ergänzen möchten, findet bis zum nächsten Workshop eine Online-Beteiligung statt.
Wir laden Sie ein sich einzubringen auf folgender digitaler Pinnwand:
https://miro.com/app/board/uXjVIrjX_MM=/
Für die Zeit nach den Sommerferien 2025 sind weitere Workshop-Formate vorgesehen, in denen gemeinsam Maßnahmen entwickelt werden sollen.
Ziel ist es, das Klimaanpassungskonzept bis Mitte 2026 fertigzustellen.
Der Zeitplan orientiert sich an den Vorgaben des Fördermittelgebers, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).
Hier finden Sie die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung (03.07.):
- Präsentation PDF
- Karten
- Protokoll
Hier können Sie sich beteiligen und aktiv mitwirken:
https://miro.com/app/board/uXjVIrjX_MM=/
Wie sehen mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen aus?
Beispielhafte Maßnahmen sind zu finden in den Bereichen Menschliche Gesundheit, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft sowie Bauwesen, Stadtplanung und vielen weiteren.
Hierzu zählen Hitzeaktionsmaßnahmen wie saisonal vorbereitende Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen sowie eine akute Unterstützung im Sommer. Langfristig wird Hitzeschutz z.B. durch einen Ausbau der Grünflächen betrieben. Darunter fallen auch Dach- und Fassadenbegrünungen oder das Anpflanzen Schatten spendender Bäume, die zu einem besseren Stadtklima beitragen. Auch Regenwassermanagement spielt eine wichtige Rolle. Mulden und Entsiegelungen können zum Beispiel bessere Versickerungsmöglichkeiten schaffen, damit das Wasser in Trockenzeiten zur Verfügung steht. Wir werden in Oranienburg einen Anteil von mindestens 30% naturbasierter Lösungen entwickeln - so eine Vorgabe des Fördermittelgebers.
Über weitere Aktivitäten, Veranstaltungen und Workshops rund um die Klimaanpassung in Oranienburg wird auf dieser Seite regelmäßig informiert.
(In Zukunft Hitze: Videos, Poster, Postkarten, Links)
(in Zukunft: Wie ist Oranienburg betroffen (Ergebnisse des Betroffenheits-WSs, Interviews, Wirkungsketten?)
(in Zukunft: Maßnahmen-Vorschläge)
Förderung
Gefördert wird die Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Der Förderzeitraum beträgt im Zuge eines Beschlusses des Deutschen Bundestages zunächst zwei Jahre. Anschließend kann eine Anschlussförderung zur Umsetzung der Maßnahmen beantragt werden.
Titel des Vorhabens: ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz in Oranienburg
Förderkennzeichen: 67DAAN0141
Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)
Förderschwerpunkt: FSP A.1 Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz
Laufzeit: 01.09.2024 – 31.08.2026Zukunft Umwelt Gesellschaft - Förderung zur Klimaanpassung
Über weitere Aktivitäten, Veranstaltungen und Workshops rund um die Klimaanpassung in Oranienburg wird auf dieser Seite regelmäßig informiert.


