Seiteninhalt
16.07.2025

Überall am Bauen, Ausbauen und Verschönern: Traditionelle Baustellentour durch die Stadt

Schulerweiterung, Kitasanierung, Badestellen-Erneuerung, Feuerwachen-Ausbau und vieles mehr: An zahlreichen Ecken in der Stadt wird mit voller Kraft gearbeitet oder Neues geplant. Von Tag zu Tag entwickelt sich Oranienburg weiter, kaum eine Stadt in Brandenburg verfolgt gleichzeitig so viele Bauvorhaben wie Oranienburg. Mehrere aktuelle Baustellen und geplante Bauvorhaben hat Bürgermeister Alexander Laesicke bei einer rund 20 Kilometer langen Tour zusammen mit seinen Dezernentinnen und Dezernenten sowie Amtsleiterinnen und Amtsleitern besichtigt.  

„Die gesamte Stadtverwaltung arbeitet Tag für Tag daran, die Stadt noch lebenswerter zu machen“, so das Stadtoberhaupt. „Wir investieren in die soziale Infrastruktur genauso wie in Straßen, wichtige Gebäude und Projekte, die der Freizeit und Erholung dienen. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz. Auch die Stadtverordneten, die mit ihren Beschlüssen die Haushaltsmittel für alle die Projekte bereitgestellt haben, tragen dazu bei, dass Oranienburg immer lebenswerter wird.“

Los ging es in der Sachsenhausener Straße, wo gerade das Regine-Hildebrandt-Haus 2 fertiggestellt wird. Einem der ältesten Gebäude im Zentrum Oranienburgs hat die Stadtverwaltung hier neues Leben eingehaucht. Was vor wenigen Jahren innen wie außen noch ziemlich ramponiert aussah, ist in Wahrheit ein echtes Prachtstück. Es wurde mit architektonischer Begleitung und äußerst behutsam rundum saniert, denn das Gebäude ist denkmalgeschützt und mehr als 300 Jahre alt. Es wird als öffentliche, kommunale Begegnungsstätte mit Veranstaltungsräumen und Büroflächen zur Verfügung stehen.

Im Anschluss daran, ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tour zum ältesten Gebäude der Stadt Oranienburg – dem Amtshauptmannshaus. Das Gebäude, auch als Kavalierhaus bezeichnet, wurde 1657 für den Leiter der kurfürstlichen Verwaltung im Auftrag der Kurfürstin Louise Henriette als Wohnhaus erbaut. Bei dem denkmalgeschützten Amtshauptmannshaus wurde aufgrund starker Rissbildung an den Stuckdecken zunächst eine Sanierungsmaßnahme zur Rissbeseitigung begonnen. Bei den weiterführenden Untersuchungen stellte sich dann eine deutliche Schädigung der Balkenköpfe in der Decke über Erdgeschoss und Obergeschoss heraus. Die Tragfähigkeit der Balken war damit statisch nicht mehr gewährleistet und somit müssen die Holzbalkendecken zwingend saniert werden. Die komplexe Sanierung muss jedoch äußerst behutsam durchgeführt werden, da die bauzeitlichen Stuckdecken direkt an den Balken befestigt wurden und durch zu starke Bewegungen an den Balken Schaden nehmen würden.

Weiter ging es zur Kita »Am Schlosspark«. Vier Millionen Euro hat die Stadt in die Hand genommen, um dem gesamten Gebäude innen einen neuen Anstrich zu verleihen und eine technische Modernisierung vorzunehmen. Böden, Türen und Wände wurden saniert, ebenso die Toiletten. Auch Erneuerungen der Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen sind erfolgt. „Bei allen erfolgten Arbeiten wurde der integrativen Ausrichtung der Kita Rechnung getragen“, erklärte Ingo Sievers, Leiter des Amtes für Grundstücks- und Gebäudewirtschaft, vor Ort.

Die noch im Schlosspark beheimate Sonnengrundschule war eine weitere Station auf der diesjährigen Baustellentour. Das Erdgeschoss und die erste Etage werden derzeit für den Schul- und Hortbetrieb umgebaut, wodurch sich die Platzverhältnisse für die Schülerinnen und Schüler erheblich verbessern werden.

Ideen zu Erweiterung, Umbau und Sanierung wurden anschließend in der Feuerwehr-Hauptwache in der Julius-Leber-Straße ausgetauscht. Um der Platzknappheit und den in die Jahre gekommenen technischen Anlagen Rechnung zu tragen, soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden. Unter anderem ist eine neue Logistikhalle für Fahrzeuge und Lagergüter vorgesehen. „Derzeit wird dafür das Ausschreibungsverfahren vorbereitet, die Beauftragung kann voraussichtlich bis Dezember erfolgen“, so Jan Fielitz, Leiter des Amtes für Brandschutz.

Die Sanierung von vier Sanitärsträngen in der Havelgrundschule startet noch in diesem Monat, im Rahmen der Tour verschafften sich der Bürgermeister und sein Verwaltungsteam einen Eindruck vom geplanten Ablauf. Die Arbeiten des ersten Teilabschnitts sollen pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Der zweite Teilabschnitt ist noch nicht terminiert. Leitungen, WCs, Waschbecken, Fliesen, Trennwände, Beleuchtung: So ziemlich alles wird einer Erneuerung unterzogen. Dafür investiert die Stadt Oranienburg rund 256.000 Euro.

Die Weiterfahrt führte schließlich zum Standort für den geplanten Stadthof-Neubau. Verwaltungsgebäude, Garagen, Lager- und Technikräume, Fahrzeughallen, Tank- und Reinigungsplatz: Alles was zum Stadthof gehört, soll künftig hier gebündelt werden. Die Mitarbeiter des Stadthofes kümmern sich um Winterdienst, Laub- und Müllbeseitigung, stadtweite Reparaturen, Grünflächenpflege und zahllose andere Aufgaben. Die Kosten für den Stadthof-Neubau werden nach derzeitigem Stand des Haushaltentwurfs mit 14,5 Millionen gedeckelt.

Baden, Toben, Wasser, Wiese und Sonne genießen, das macht an der Lieblingsbadestelle vieler Oranienburger jetzt noch mehr Spaß. Nach aufwendiger Neu- und Umgestaltung wurde sie vor kurzem teileröffnet. Entstanden sind ein schönerer Liegebereich, eine deutlich vergrößerte Sandfläche und neue Pflanzen. „Zu den Neuheiten gehören außerdem Tische, eine Umkleidekabine, ein großes Sonnensegel über der Matschanlage, Fahrradbügel, Schirme samt Sitzbänken, Mülleimer sowie eine neu verlegte Wasserleitung, die künftig nicht nur die Matschanlage, sondern auch eine Fußdusche und einen Trinkbrunnen mit Wasser versorgen wird“, so Tiefbauamts-Leiter Stefan Gebhard.

Im Ortsteil Lehnitz gab es gleich zwei Projekte zu besichtigen. Nachdem die Lehnitzer Grundschule bereits 2023 einen topmodernen Anbau erhalten hatte, wird derzeit noch das alte Schulgebäude umfassend modernisiert. „Die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen“, so Ingo Sievers. Bis voraussichtlich Ende Oktober wird zudem der Schulhof noch neugestaltet, erweitert und um neue Spielgeräte ergänzt.

Darüber hinaus ist die naturnahe Verschönerung der Badestelle am Weißen Strand abgeschlossen. Der abschüssige Strandzugang ist zum Schutz vor weiterer, erosionsbedingter Sandabtragung mit Palisaden aus Robinienhölzern versehen worden. Außerdem hat das Tiefbauamt Hängematten, einen Wellen-Balancierbalken, Fahrrad-Anlehnbügel, mehr Bänke, Abfallbehälter und als besondere Attraktion ein Spielschiff zum Klettern aufstellen lassen.

Jede Menge Platz, vielseitig nutzbar und vollständig barrierefrei. Auch in Friedrichsthal geht es gut voran, hier entsteht mit dem Bau der Zweifeldsporthalle ein topmodernes Multifunktionsgebäude für den Schul-, Turnier- und Inklusionssport, das auch als Kultur- und Versammlungsstätte für regionale und überregionale Veranstaltungen genutzt werden kann. Es ist die erste Sporthalle der Stadt Oranienburg mit einer Tribüne. Dort finden bei Bedarf bis zu 220 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz.

Zum Ausklang der mehrstündigen Baustellentour wurde noch ein Abstecher zur Feuerwache Nord in der Keithstraße gemacht, die saniert und erweitert werden soll. Geplant ist die Schaffung eines gemeinsamen Standortes für die freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile Friedrichsthal und Malz mit insgesamt drei Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge. Die Generalplaner-Ausschreibung ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Derzeit läuft die Vorplanung, deren Ergebnisse voraussichtlich im September im Rahmen der Bauvoranfrage eingereicht werden. Läuft alles nach Plan, kann im kommenden Jahr der Baustart erfolgen.