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24.05.2025

Baubeginn für Schleuse Friedenthal rückt näher, Bombensuche abgeschlossen

Freie Fahrt in Richtung Norden: Die Kampfmittelsuche im Bereich der Friedenthaler Schleuse ist endlich abgeschlossen. Damit rückt der Baubeginn für den Schleusen-Neubau in greifbare Nähe, noch in diesem Jahr soll es losgehen. Freizeitkapitäne können dann wieder uneingeschränkt zu den Ruppiner Gewässern schippern.

Es ist ein fast einmalig umfangreiches Infrastrukturprojekt für die Stadt Oranienburg: Die Wiederherstellung der ehemaligen Schleuse Friedenthal. Umfangreiche Kampfmittelräumarbeiten waren im Vorfeld erforderlich und konnten nun, nach fünf Jahren, abgeschlossen werden. Der Baubeginn für die Schleuse rückt damit in greifbare Nähe. „Das sind großartige Neuigkeiten für den Wassertourismus in und um Oranienburg“, so Bürgermeister Alexander Laesicke. „Schwierige örtliche Verhältnisse und Bodenstrukturen haben uns bei der Bombensuche vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Ich danke allen Beteiligten, die dieses Mammutprojekt mit vereinten Kräften und hoher Professionalität gestemmt haben.“

Aufwendige Kampfmittelsuche

Die Suche nach Kampfmitteln begann 2020 mit aufwendigen Taucheinsätzen, um den Bereich im Wasser zu sondieren. Anschließende Baumfällungen mussten mittels Hubschrauber durchgeführt werden, da das gesamte Areal kaum zugänglich war und der Boden mit schwerer Technik nicht befahren werden konnte. 2022 wurden schließlich die ersten beiden Weltkriegsbomben gefunden. Die Blindgänger befanden sich in einer Tiefe von rund zehn Metern unter der Geländeoberkante – so tief wie nie zuvor in Oranienburg. Die vorbereitenden Arbeiten zur Freilegung und Entschärfung nahmen neun Monate in Anspruch und waren immens aufwendig. „Bei der für die Bergung der Bomben erforderlichen Grundwasserhaltung wurde das Grundwasser bis 20 Meter Tiefe unter der Geländeoberkante abgesenkt, 500.000 Liter Grundwasser mussten pro Stunde gefördert werden“, beschreibt Jan Fielitz, Leiter des Amtes für Brandschutz, wo das Sachgebiet Kampfmittel angesiedelt ist, die Dimensionen. Ein Teil der Havel musste sogar zugeschüttet werden, um überhaupt die beiden Spundwandkästen rund um die Bomben errichten zu können. 2023 konnte eine weitere 250-kg-Bombe geborgen und entschärft werden. Zusätzlich zu den drei Großbomben wurden bis heute 15 Stabbrandbomben, 1 Granate, 2 Nahkampfmittel, 4 Waffen und mehrere Bombensplitter geborgen.

Immenser Kostenaufwand

Nicht nur der Arbeitsaufwand war immens, auch die entstandenen Kosten sind erheblich: 13,5 Millionen Euro mussten für die Bombensuche eingesetzt werden, inklusive der Baufeldfreimachung und Wiederherstellung der Fläche. Die Kosten werden vollumfänglich vom Bund, vertreten durch die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sowie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde, übernommen.

Baubeginn im Sommer/Herbst

In enger Abstimmung mit den Kampfmittel-Experten hat auch das Oranienburger Tiefbauamt bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Die alte Schleuse ist inzwischen vollständig zurückgebaut, so dass dem Wiederaufbau nichts mehr im Wege steht. „Im nächsten Schritt planen wir nun die Ausschreibung und Beauftragung des Schleusen-Neubaus“, so Tiefbauamtsleiter Stefan Gebhard. Der Bau umfasst neben der Errichtung der eigentlichen Schleuse auch die Herstellung der Vorhäfen sowie Baggerarbeiten in der Havel, welche zur Schiffbarmachung erforderlich sind. Auch diese Vorhaben werden finanziell durch den Bund gefördert – der Wiederaufbau der Schleuse mit 50 Prozent, die Nassbaggerarbeiten sogar zu 100 Prozent. Darüber hinaus beteiligt sich das Land Brandenburg, vertreten durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg, an der Finanzierung zum Wiederaufbau der Schleuse Friedenthal und unterstützt die Stadt Oranienburg mit weiteren knapp 3,1 Millionen Euro. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr im Sommer/Herbst geplant, rund anderthalb Jahre Bauzeit sind veranschlagt.

Meilenstein für Wassertourismus

Freie Fahrt in Richtung Norden: Die alte Friedenthaler Schleuse, 1879 erbaut, war 1959 stillgelegt und zugeschüttet worden. Mit dem Neubau der dann 60 Meter langen Schleuse werden die Oranienburger Havel und der Schlosshafen wieder an die Ruppiner Gewässer angeschlossen – ein Quantensprung für den Wassertourismus. Boote, deren Ziel die Ruppiner Gewässer sind, mussten bislang die Schleuse Pinnow südlich von Oranienburg passieren.

Rund um das Bauprojekt sind zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Bereits abgeschlossen ist die Renaturierung des nahen gelegenen, ehemaligen Biberfarm-Geländes. Das 16.000 Quadratmeter große Areal wurde komplett entsiegelt und Stück für Stück der Natur zurückgegeben. Unter anderem sind ein Kleingewässer, Vogelbrutstätten, neue Habitatsflächen – Lebensraum, in dem sich vor allem Tiere wie Frösche, Lurche und Eidechsen wohl fühlen – Blühwiesen und neue Bäume entstanden.

Hinweis:

Die Errichtung der Schleuse Friedenthal ist gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsinfrastruktur - GRW-Infrastruktur“.