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03.11.2025

Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November

Die Stadt Oranienburg gedenkt auch in diesem Jahr wieder der Opfer der Reichspogromnacht. Die Erinnerung an den 9. November 1938 ist ein fester kultureller Bestandteil in der Stadt. Dabei steht das Erinnern an das Leid, das jüdischen Menschen auch in Oranienburg widerfahren ist, im Mittelpunkt des Gedenkens.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 9.11. um 11:30 Uhr und traditionell in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Oberhavel und den christlichen Gemeinden Oranienburgs am Gedenkstein des ehemaligen Jüdischen Bethauses in der Havelstraße/Ecke Neringstraße statt.

Geplanter Ablauf:

• Versammlung in der Havelstraße
• Begrüßung durch Alexander Laesicke, Bürgermeister der Stadt Oranienburg
• Grußwort durch Alexander Tönnies, Landrat des Landkreises Oberhavel
• Ansprache durch Ron Segal, israelischer Schriftsteller und Filmemacher
• Berichte von Augenzeugen der Novemberpogrome in unserer Stadt durch Schülerinnen und Schüler der Torhorst-Gesamtschule
• Gebet durch den Landesrabbiner Ariel Kirzon
• Kranz- und Blumenniederlegungen
• Gemeinsamer Besuch des Jüdischen Friedhofs in der Kremmener Straße

Musikalisch wird die Veranstaltung von Klarinettespielern aus Oranienburg umrahmt.

Historischer Hintergrund:

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzten Nationalsozialisten und ihre Helfer in ganz Deutschland vor aller Augen Synagogen in Brand. Sie misshandelten jüdische Bürgerinnen und Bürger und demolierten deren Geschäfte und Wohnungen. Während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen kamen weit über 1.300 Jüdinnen und Juden zu Tode.

Auch in Oranienburg griffen Schlägertrupps Wohnungen und Geschäfte von Jüdinnen und Juden an und zerstörten sie. Sie schändeten Gräber auf dem jüdischen Friedhof und verwüsteten das jüdische Bethaus in der Havelstraße, das später geschlossen und zwangsverkauft wurde. Zudem verschleppten die Nationalsozialisten in den Tagen nach den Pogromen 27.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Über 6.300 von ihnen wurden nach Oranienburg ins KZ Sachsenhausen gebracht. Mindestens 65 überlebten die Lagerhaft nicht.

Alle Oranienburgerinnen und Oranienburger sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.