Neues integriertes Stadtentwicklungskonzept der Öffentlichkeit vorgestellt
Stadt von morgen: Das überarbeitete "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" - das zentrale Steuerungsinstrument für die weitere Entwicklung der Stadt - wurde jüngst der Öffentlich vorgestellt. Viele spannende Maßnahmen, sowohl für die Innenstadt als auch für die Ortsteile, sind darin enthalten.
Wie könnte sich Oranienburg in den nächsten rund 15 Jahren weiterentwickeln? Antworten auf diese Frage liefert das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK), das in den letzten zwei Jahren überarbeitet und in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 79 Maßnahmen sind darin enthalten und nehmen unter anderem die Bereiche Wohnen, Soziales, Klimaschutz, Natur, Identität, Wirtschaft und Mobilität in den Blick. „Diese sind allerdings keine konkreten Planungen, sondern zeigen Bebauungs-Potentiale auf“, so Bürgermeister Alexander Laesicke bei der Abschlussveranstaltung im Oranienwerk, zu der mehr als 100 Oranienburgerinnen und Oranienburger gekommen waren. „An welcher Stelle wir was ermöglichen, fördern oder umgekehrt begrenzen wollen, erfordert darauf aufbauend allerdings konkrete Planungen.“
Starker Zuzug
Der starke Zuzug nach Oranienburg – allein zwischen 2013 und 2023 ist die Einwohnerzahl um 16 Prozent auf fast 50.000 gewachsen – zieht sich als roter Faden durch das INSEK. Weil das starke Bevölkerungswachstum eine besondere Herausforderung für die Stadt ist, wurde parallel eine Wohnbaulandentwicklungsstrategie (WBLES) auf den Weg gebracht, die die Richtung dafür vorgibt, wann und wo künftig in der Stadt weitere Wohnungen gebaut werden könnten. Ein wichtiges Fazit beider Konzepte: Die Innenstadt soll weiterentwickelt und auch verdichtet werden, statt zulasten der Natur neue Baugebiete am Rand der Stadt zu erschließen. „Gebäude aufstocken, Baulücken schließen oder vorhandene Gebäude ergänzen, das ist unter anderem damit gemeint, denn eins muss uns klar sein: Fläche ist eine endliche Ressource“, erklärt Christian Kielczynski, Leiter des Stadtplanungsamtes.
Fast 80 konkrete Maßnahmen
Unter den fast 80 Maßnahmen findet sich zum Beispiel die Vollendung der barocken Innenstadt. So könnte der Parkplatz gegenüber dem Schloss mit einem Gebäude bebaut werden, das sich optisch am historischen Hotel Eilers orientiert. Auch den Bereich rechts und links der Berliner Straße, den Fischerkiez, den Bötzower Platz und den Schlossplatz haben die Stadtentwickler im Blick. „Ob Aufwertung, Neugestaltung, Begrünung, Wohnbebauung, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Coworking oder Bürgerhaus, viele verschiedene Optionen sind denkbar“, so Christian Kielczynski. Auch weitere Innenstadtbereiche, wie das Bahnhofsbereich, die Bernauer Straße oder die Rungestraße finden sich mit möglichen Entwicklungsmaßnahmen unterlegt im INSEK wieder. Aber auch die Ortsteile sind Bestandteil des Konzepts. „Hier geht es beispielsweise darum, Ortskerne als Mitte weiterzuentwickeln und zu stärken, soziale und kulturelle Angebote auszubauen, Wohnformen für verschiedene Generationen anzubieten, Leerstände nutzbar zu machen und vieles mehr“, so Christian Kielczynski. In Lehnitz könnten beispielsweise nördlich des Mühlenbecker Weges Wohnungen und eine Kita entstehen. Auch in Germendorf gibt es zum Beispiel hinter der Kirche Potenzial für altersgerechte Wohnungen. Dorfgemeinschaftshäuser sind darüber hinaus ein wichtiges Angebot, das je nach Ortsteil neu gebaut oder aufgewertet werden könnte.
Ausblick und Nachlesen
Das INSEK soll möglichst noch in diesem Jahr von den Stadtverordneten bestätigt werden. Rund zwei Jahre lang haben Verwaltung, Politik und externe Fachleute unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Fortschreibung des Konzepts gearbeitet. Zahlreiche Umfragen, Gespräche und öffentliche Foren fanden seither statt. Wer einen genaueren Blick in das INSEK werfen möchte, findet schon jetzt eine Kurzfassung auf www.insek-oranienburg.de. Das vollständige INSEK wird dort einzusehen sein, sobald die Stadtverordneten es gebilligt haben.


