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07.02.2025

Oranienburg stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels

Die Stadt Oranienburg verstärkt ihr Engagement im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels: Seit Oktober 2024 ist Sabrina Hövener als Sachbearbeiterin für Klimaanpassungsmanagement im Amt für Wirtschaft, Klima und Energie tätig. Ihre Hauptaufgabe ist die Entwicklung eines nachhaltigen Klimaanpassungskonzepts.

„Während Klimaschutz darauf abzielt, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und damit den Klimawandel abzumildern, befasst sich Klimaanpassung mit den unvermeidlichen Folgen des Klimawandels ─ wie Hitze, Dürreperioden und Starkregen“, erklärt Sabrina Hövener, die an der TU Berlin Urban Design studiert hat.

Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit Oranienburgs gegenüber Extremwetterereignissen zu verbessern und die Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger zu erhalten. Dazu wird gemeinsam mit einem externen Fachbüro eine systematische Gesamtstrategie aufgestellt. Auf Basis von Klimamodellen werden die zu erwartenden Folgen des Klimawandels für die Stadt Oranienburg in verschiedenen Szenarien analysiert, um daraufhin angemessene Maßnahmen zu erarbeiten. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen soll auf dem Hitzeschutz liegen, der langfristig zum Beispiel durch einen Ausbau der Grünflächen erfolgen könnte. Das umfasst etwa Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung oder das Pflanzen Schatten spendender Bäume, die zu einem besseren Stadtklima beitragen. Auch Regenwassermanagement spielt eine wichtige Rolle. Mulden und Entsiegelungen können zum Beispiel bessere Versickerungsmöglichkeiten schaffen, damit das Wasser in Trockenzeiten zur Verfügung steht.

Besondere Herausforderungen sieht Sabrina Hövener in den steigenden Temperaturen und der Wasserknappheit in Brandenburg, einer der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands. „Im Vergleich zu der Zeit zwischen 1961 und 1990 hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur in Oranienburg bereits um 2,8 Grad erhöht. Das führt zu Trockenheit, aber auch zu immer häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hitzewellen“, so Hövener. Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind in Oranienburg bereits getan: Im Schlosspark wurden 100 klimaresiliente Bäume gepflanzt. Im Straßenbau werden nach dem Oranienburger Modell Mulden eingesetzt, wie beim Umbau der Lindenstraße. Außerdem hat die Stadt eine Starkregengefahrenkarte erstellen lassen, die anzeigt, in welchem Ausmaß Starkregenereignisse einzelne Quartiere und Gebäude der Stadt betreffen können.

Für die Zukunft wünscht sich Oranienburgs Klimaanpassungsexpertin eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtbevölkerung: „Um geeignete Maßnahmen zu entwickeln, brauchen wir dringend Rückmeldungen aus der Stadtbevölkerung, wie sie die Auswirkungen des Klimawandels selbst erleben.“ Zudem setzt sie auf eine stärkere Verankerung des Klimaanpassungsgedankens in allen Fachbereichen der Stadtverwaltung.

Mit der Förderung des Bundesumweltministeriums im Rahmen der Richtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ ist die Position zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Nach Abschluss des Klimaanpassungskonzepts kann die Stadt eine Folgeförderung beantragen, um die erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen. Förderhinweis Mit der Richtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ fördert das Bundesumweltministerium Projekte, die Antworten auf die Folgen der Erderwärmung wie Hitzeperioden, Hochwasser oder Starkregenereignisse liefern und die Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Auf dieser Grundlage erhält die Stadt Oranienburg seit Oktober 2024 eine Förderung zur Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes.