Oranienburger Jugendliche auf Gedenk- und Bildungsfahrt nach Auschwitz
Sich der Geschichte stellen: Auch in diesem Jahr reisen Schülerinnen und Schüler verschiedener Oranienburger Schulen wieder nach Krakau/Auschwitz, um sich dort in Führungen, Workshops und Diskussionsrunden mit dem Holocoaust auseinanderzusetzen.
Vom 3. bis zum 7. März reisen rund 100 Schülerinnen und Schüler von Oranienburger Schulen zum vierten Mal ins polnische Krakau, um die Gedenkstätte Auschwitz zu besuchen. Neben Schülerinnen und Schülern der Torhorst-Gesamtschule, des Runge-Gymnasiums, des Louise-Henriette-Gymnasiums und des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums nehmen auch Azubis der Oranienburger Stadtverwaltung und des Landkreises Oberhavel teil. Begleitet werden sie unter anderem von Bürgermeister Alexander Laesicke, Landrat Alexander Tönnies sowie Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann.
Vielfältiges Programm
Bei der Fahrt nach Polen steht zuerst ein Zwischenstopp in Gliwice, einer einst zum Deutschen Reich gehörenden Stadt, auf dem Programm, die beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine entscheidende Rolle spielte. Darüber hinaus sind Führungen, Workshops und Diskussionsrunden geplant. In zwei Führungen lernen die Jugendlichen die Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz kennen, besichtigen Massengräber, Gaskammern und Baracken. „Außerdem sollen die Mädchen und Jungen der Oranienburger Schulen Krakau kennenlernen“, so Katrin Tatge aus der Stadtverwaltung, die die Fahrt begleitet. Unter anderem werden sie durch das jüdische Viertel geführt und lernen die Geschichte des jüdischen Ghettos in der NS-Zeit kennen. Ein Höhepunkt der Reise ist das Zeitzeugengespräch mit Niusia Horowitz, der letzten Überlebenden von „Schindlers Liste“. Federführend organisiert wird die Bildungsfahrt durch Julia Schulze vom Runge-Gymnasium und Philipp Holzhauer von der Torhorst-Schule.
Auftaktveranstaltung am 27.2.
Am Donnerstag, den 27. Februar findet um 9:30 Uhr in der Aula der Torhorst-Gesamtschule die Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Krakau-Reise statt. „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen sich hier zum ersten Mal und werden sich inhaltlich auf das Thema einstimmen“, so Katrin Tatge. Neben einer Gesprächsrunde wird Andrea von Treuenfeld aus ihrem Buch „Leben mit Auschwitz – Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“ lesen.
Bürgermeister und Landrat begleiten
„Das ist keine leichte Fahrt für unsere Schülerinnen und Schüler. Wer die Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau je besucht hat, wird diese Bilder nicht vergessen“, so Bürgermeister Alexander Laesicke. „Gleichzeitig ist es in einer Stadt wie Oranienburg mit gleich zwei ehemaligen Konzentrationslagern wichtig, die Erinnerung an den Holocaust als Mahnung für die Zukunft hochzuhalten.“
„Welche Verbrechen die Nationalsozialisten begangen haben und welches Leid in den Konzentrations- und Vernichtungslagern geschehen ist, ist schwer zu begreifen. Jungen Menschen fällt das noch schwerer. Deshalb ist diese Reise so wichtig. Die Orte dieser Verbrechen zu besuchen und der Opfer zu gedenken, öffnet den Blick auch für das, was aktuell in Europa immer häufiger in Gefahr ist: der Respekt voreinander und die Würde jedes Einzelnen. Besonders das Gespräch mit einem Zeitzeugen, dem letzten noch Lebenden der Liste von Oskar Schindler, wird ein sehr emotionales Erlebnis sein. Dass die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit dazu bekommen, berührt mich ganz besonders. Und ich bin dankbar, dass ich dabei sein darf“, so Landrat Alexander Tönnies.
Gedenkfahrt seit 2019
2019 reiste erstmals eine rund 200-köpfige Oranienburger Delegation von Schülerinnen und Schülern nach Auschwitz und nahm dabei auch am „Marsch der Lebenden“ teil, bei dem jedes Jahr tausende Menschen aus mehr als 50 Ländern den drei Kilometer langen Weg vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz bis zum ehemaligen Vernichtungslager Birkenau gehen, um den Opfern des Holocausts zu gedenken.


