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01.07.2026

Planspiel "Stadtverordnete für einen Tag" findet großen Anklang

Wie entstehen politische Entscheidungen auf kommunaler Ebene? Beim Planspiel "Stadtverordnete für einen Tag" konnten Schülerinnen und Schüler genau das selbst erleben und sammelten spannende Einblicke in die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung.

Ein besonderes Demokratieprojekt fand in dieser Woche in der Oranienburger Orangerie statt: 30 Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs des Louise-Henriette-Gymnasiums schlüpften in die Rolle von Stadtverordneten. Im Rahmen des Planspiels „Stadtverordnete für einen Tag" simulierten sie Ausschussarbeit und eine vollständige Plenumssitzung der Stadtverordnetenversammlung – und erlebten so, wie kommunalpolitische Entscheidungen wirklich entstehen.

Das Projekt bot den Jugendlichen weit mehr als Unterricht aus dem Lehrbuch. Nach einer kompakten Einführung zur Struktur und Arbeitsweise der Stadtverordnetenversammlung arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in thematischen Ausschüssen – von der Finanz- über die Bau- bis hin zur Sozialpolitik – an einer realitätsnahen Beschlussvorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die Ansiedlung eines neuen Gewerbestandorts zwischen der Thaerstraße und der B96 in Oranienburg. Argumente wurden gesammelt, Stellungnahmen verfasst und schließlich im simulierten Plenum debattiert und abgestimmt. Besonders passend war, dass die Schülerinnen und Schüler die betreffende Fläche aus ihrem Alltag kannten und so persönliches Wissen ebenso einbringen konnten wie Gelerntes aus dem Unterricht. So wurde aus einer abstrakten Aufgabe eine echte Entscheidung für ihre Stadt – und spürbar, wie nah Kommunalpolitik am eigenen Leben ist. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden ließen keinen Zweifel an der Wirkung des Projekts: „Es ist toll, Politik so unmittelbar erleben zu können, außerhalb der Klassenräume", brachte ein Schüler stellvertretend für viele auf den Punkt.

Das Projekt geht auf eine Initiative von Pascal Mundt, stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Oranienburg, zurück, der das Konzept entwickelt und die Umsetzung maßgeblich vorangetrieben hat. Die Idee dazu entstand im Februar beim Jugendforum der Stadt Oranienburg. „Junge Menschen, die bereits wählen dürfen oder es bald tun werden, sollten sehen können, wie die Entscheidungen zustande kommen, die ihren Alltag prägen", so Mundt. „Dieses Planspiel macht genau das erlebbar."

Möglich wurde das Projekt durch das Zusammenwirken mehrerer Akteure wie dem Louise-Henriette-Gymnasium, zahlreicher Stadtverordneter, der Stadtverwaltung, der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH (TKO) sowie einer finanziellen Förderung aus dem Jugendfonds der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Oberhavel.

Die Resonanz auf das Planspiel machte deutlich, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben soll. Deshalb ist geplant, das Format als festes Angebot der politischen Bildungsarbeit zu verstetigen und künftig weiteren Schulklassen zugänglich zu machen. Ziel ist es, die Demokratiekompetenz junger Menschen in Oranienburg nachhaltig zu stärken und Politikverdrossenheit durch erlebbare Partizipation entgegenzuwirken.