Schülerhaushalte an städtischen Grundschulen voller Erfolg
Mitbestimmung im Klassenraum: An drei städtischen Grundschulen wurde jüngst ein Schülerhaushalt durchgeführt. Schülerinnen und Schüler durften selbst bestimmen, wofür eine bestimmte Summe Geld ausgegeben werden sollte und konnten so eine Menge darüber erfahren, wie Demokratie funktioniert.
Oranienburgerinnen und Oranienburger sollen teilhaben an der Gestaltung ihrer Stadt. Das gilt nicht nur für die ganz großen Entwicklungsprojekte oder erwachsenen Einwohnerinnen und Einwohner, sondern gerade auch für die jüngeren und ihr ganz direktes Umfeld. An drei Oranienburger Grundschulen wurde jüngst ein Schülerhaushalt durchgeführt, der den Schülerinnen und Schülern nicht nur etwas Leckeres für den Gaumen, sondern auch etwas für den Zusammenhalt und Gemütliches für ihre Räume eingebracht hat.
Pizza für alle an der Germendorfer Grundschule & Freundschaftsbank
Pizza statt Mathe: Beim erstmals durchgeführten Schülerhaushalt an der Grundschule Germendorf setzte sich bei der Abstimmung der Wunsch nach einem Pizza-Day durch. Die mehr als 200 Schülerinnen und Schüler teilten sich mit einer Person ihrer Wahl eine Pizza, die frei Haus direkt in den Klassenraum geliefert wurde. Möglich wurde dies durch die innerörtliche Kooperation mit einem Restaurant. „Ein schönes Beispiel, wie ein Ort zusammenhalten und solche Projekte ermöglichen kann“, so Christiane Schulz aus der Stabsstelle Jugend und Beteiligung in der Oranienburger Stadtverwaltung. Von den 8 Ideen, die zur Auswahl standen und natürlich allesamt von den Kindern eingereicht worden waren, kann noch eine weitere realisiert werden: Eine Freundschaftsbank für den Schulhof, vorgeschlagen von einer Drittklässlerin. „Wer gerade niemandem zum Spielen hat, nimmt hier Platz und kann so Kontakte zu anderen knüpfen und im Idealfall einen Spielkameraden und neuen Freund finden“, erklärt Schulsozialarbeiterin Bettina Böcker. Noch in den Sommerferien soll die Bank mit Kindern des Ferienhorts gestaltet und pünktlich zum neuen Schuljahr aufgestellt werden. „Wenn man Kinder bei Dingen, die sie betreffen, einbindet, funktioniert einfach alles viel besser“, so Bettina Böcker.
Sitzsäcke für die Pause in der Waldschule
Viele Stimmzettel wurden wiederum in der vergangenen Woche an der Waldschule ausgezählt. Von den 320 Schülerinnen und Schülern haben sich mehr als 60 Prozent an der Abstimmung beteiligt. Der Vorschlag, Sitzsäcke für den Flurbereich anzuschaffen, wo viele Kinder ihre kleine Pause verbringen, bekam die meisten Stimmen. Mit nur drei Stimmen weniger landeten Boxsäcke – gut zum Abreagieren nach einer anstrengenden Klassenarbeit – auf dem zweiten Platz. Läuft alles nach Plan, können auch sie direkt nach den Sommerferien angeschafft werden. Von den vielen Ideen, die die Waldschülerinnen und Waldschüler für ihren ersten Schülerhaushalt hatten, schafften es 7 zur Abstimmung. „Keine Baumaßnahmen, keine Folge- oder Honorarkosten, alle müssen profitieren“, erklärt Schulsozialarbeiterin Carina Luebon die Regeln, die galten. „Der Schülerhaushalt ist eine tolle Sache, bei der Kinder einen ersten Eindruck von Mitbestimmung und Demokratie bekommen. Sie erleben live mit, wie eine Idee aus ihren Reihen direkt, zeitnah und quasi vor der Tür ihres Klassenraums umgesetzt wird“, so Carina Luebon weiter.
Eiswagen, Playstation und Sitzkissen an der Comeniusschule
So wie an den anderen Schulen lag auch an der Comeniusschule der Schülerhaushalt überwiegend in Kinderhänden, von der Ideensammlung bis zur Stimmauszählung. „Wir Erwachsenen halten uns so weit wie möglich raus und unterstützen nur da, wo es erforderlich ist“, so Schulsozialarbeiter Jan Döring. Die Comeniusschule war die Oranienburger Grundschule, die bereits im vergangenen Jahr erstmals einen Schülerhaushalt durchgeführt hatte. Mehr als 100 Zettel, viel mehr als im vergangenen Jahr, fanden dieses Mal ihren Weg zum Planungsteam, somit standen dieses Mal auch mehr Ideen bei der Abstimmung zur Auswahl. Gewinner war auch in diesem Jahr ein Eiswagen, welcher der Grundschule einen Besuch abstattete und die mehr als 500 Kinder mit leckerem Eis versorgte. Darüber hinaus wird der Hort mit einer Playstation ausgestattet und Sitzkissen für Teilungsräume sowie die Bibliothek gibt es obendrauf.
Schülerhaushalt
Die Schülerhaushalte wurden an allen drei Schulen mit den jeweiligen Trägern der Schulsozialarbeit – dem DRK Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. sowie ImPuls e.V. – durchgeführt. Finanziert wurde es mit Mitteln der Stadt Oranienburg und des Landkreises Oberhavel. Das Projekt wird fachlich von der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. begleitet. Alle Kinder waren eingeladen, ihre Ideen für den Schülerhaushalt einzubringen. Ein Planungsteam an den Schulen organisierte die Umsetzung, die Ideensammlung, die Wahl sowie deren Auszählung. Pro Schülerin und Schüler standen rund 5 Euro für den jeweiligen Schülerhaushalt zur Verfügung.


