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20.11.2025

Stadt Oranienburg setzt sichtbares Zeichen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Die UN-Kampagne „Orange the World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Oranienburg beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder aktiv mit zwei Aktionen.

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Stadt Oranienburg aktiv am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November und unterstützt damit erneut die weltweite UN-Women-Kampagne „Orange the World – Färb die Welt orange“. Mit verschiedenen Aktionen möchte die Stadt auf die nach wie vor hohe Zahl häuslicher und sexualisierter Gewalttaten aufmerksam machen und ein deutliches Signal für Prävention, Schutz und Solidarität setzen.

Die Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit: Brandenburg registrierte im Jahr 2024 insgesamt 6.790 Fälle häuslicher Gewalt, darunter 17 Mord- und Totschlagsdelikte, rund zwei Drittel Körperverletzungen, über 1.000 Bedrohungen sowie 85 Vergewaltigungen. 5.672 Tatverdächtige wurden erfasst – überwiegend männlich (75,1 Prozent) und deutsch (80,3 Prozent). In Oranienburg allein gab es 121 Straftaten häuslicher Gewalt.

Folgende Aktionen sind geplant:

Fahnenaktion am Dienstag, den 25. November

Anlässlich des Aktionstags lädt die Stadt Oranienburg am 25. November um 9 Uhr zur Fahnenaktion auf dem Schlossplatz ein. „Das Hissen der Fahne ist nicht nur ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt, sondern ein Appell: Schutz, Respekt und Gleichberechtigung müssen wir täglich leben. Gewalt beginnt meist leise – und sie hört erst auf, wenn wir als Gesellschaft aufmerksam bleiben und konsequent handeln“, sagt Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke.

Lesung „Worte statt Wunden“ am Freitag, den 28. November

Außerdem laden die Polizei Oranienburg und die städtische Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam zur Lesung „Worte statt Wunden – Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ ein. Mit dieser Veranstaltung weist die Polizei Brandenburg auf die Bedeutung von Prävention, Opferschutz und gesellschaftlichem Zusammenhalt hin.

Die Lesung findet von 16 bis 18 Uhr im Oranienburger Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Straße 17, statt. Polizeibedienstete und weitere Mitwirkende lesen Texte rund um das Thema häusliche Gewalt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Opferhilfeorganisationen aus Oberhavel.

„Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Unser Ziel ist eine Kultur des Hinsehens, der Unterstützung und des klaren Bekenntnisses zu einem gewaltfreien Zusammenleben. Jede und jeder kann dazu beitragen.“, sagt Oranienburgs Gleichstellungsbeauftragte Christiane Bonk.

Um eine Anmeldung zur Lesung wird gebeten unter: gleichstellung@oranienburg.de 

Hintergrund Internationaler Tag gegen Gewalt

Allein in Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen, das sind mehr als 12 Millionen Frauen. Mehr als einmal pro Stunde wird eine Frau in Deutschland durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Die UN Women Kampagne „Orange the World“ macht genau darauf aufmerksam: Zwischen dem 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, und dem 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“, wehen in Deutschland die orangenen Fahnen der Kampagne und weltweit leuchten Gebäude, Denkmäler oder öffentliche Plätze in Orange.

Ursprung des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen ist der 25. November 1960, an dem die dominikanischen Regimegegnerinnen und Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal Opfer eines Mordanschlages durch Diktator Rafael Trujillo wurden. Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen am Jahrestag ihrer Ermordung Veranstaltungen, bei denen die weltweiten Missstände bei der Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert werden. 1999 griffen die Vereinten Nationen den Gedenktag mit der Einführung des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auf.