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22.08.2025

Wiederherstellung der Schleuse Friedenthal

Der Neubau der Schleuse Friedenthal geht in die nächste Phase. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist inzwischen abgeschlossen, nun werden die eingegangenen Angebote von der Stadtverwaltung geprüft und ausgewertet. Mit der Auftragsvergabe wird gegen Ende September gerechnet, so dass die Bauarbeiten im Oktober beginnen können. Der Durchgang über das Baufeld, der zurzeit von Fußgängern und Radfahrern als Verbindungsweg zwischen der Straße „Hinter dem Schloßpark“ und dem „Weg zur Biberfarm“ genutzt werden kann, wird dann wieder durch Bauzäune verschlossen.

Mit dem Neubau der Schleuse Friedenthal soll die Oranienburger Havel aus ihrer Sackgasse nördlich des Schlosshafens befreit und mit dem Ruppiner Kanal verbunden werden. Mehr als sechzig Jahre lang war diese Verbindung gekappt, denn die alte Schleuse Friedenthal war nach schweren Beschädigungen im Jahr 1959 zugeschüttet worden. Boote, deren Ziel die Ruppiner Gewässer sind, mussten deshalb bislang die Schleuse Pinnow südlich von Oranienburg passieren. Der Neubau der Schleuse umfasst neben dem eigentlichen Schleusenbau auch die Herstellung der Vorhäfen. Baggerarbeiten in der Havel sind zur Schiffbarmachung ebenfalls erforderlich.

Vor dem Baustart waren umfangreiche Vorbereitungsarbeiten im Areal der Schleuse notwendig. Allein die Kampfmittelräumarbeiten nahmen fünf Jahre Zeit in Anspruch. Da das Areal schwer zugänglich war, mussten Baumfällungen mittels Hubschrauber durchgeführt werden. In einer Tiefe von rund zehn Metern wurden im Jahr 2022 zwei Weltkriegsbomben gefunden. Für ihre Freilegung und Entschärfung musste die Havel stellenweise zugeschüttet werden. Nur ein Jahr später wurde eine weitere Weltkriegsbombe geborgen und neutralisiert. Die Kosten für die Kampfmittelsuche in Höhe von 13,5 Millionen wurden vollumfänglich vom Bund, vertreten durch die Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt, vertreten durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel, übernommen.

Auch der Neubau der Schleuse wird finanziell durch den Bund gefördert, er übernimmt 50 Prozent der Investitionskosten. Zentraler Kooperations- und Ansprechpartner der Stadt Oranienburg ist auch hier das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel mit seinen übergeordneten Dienststellen.

Darüber hinaus beteiligt sich das Land Brandenburg, vertreten durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg, an der Finanzierung zum Wiederaufbau der Schleuse Friedenthal und unterstützt die Stadt Oranienburg mit weiteren knapp 3,1 Millionen Euro.

Läuft alles nach Plan, kann das Bauvorhaben im Frühjahr 2027 mit der Inbetriebnahme  der Schleuse abgeschlossen werden.