Unternehmensbesuche in der Stadt fortgesetzt
Vom Recyclinghof zum Gemüseacker: Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder hat ihre Reihe von Unternehmensbesuchen vor Kurzem fortgesetzt und zuletzt zwei Betriebe kennengelernt, die Nachhaltigkeit in Oranienburg auf ganz unterschiedliche Weise leben: die Firma Grunske Metall-Recycling in Germendorf und die BioKräuterei Oberhavel am Ruppiner Kanal.
Bei Grunske dreht sich alles um moderne Kreislaufwirtschaft. Geschäftsführer Jörg Rauschenbach führte die Bürgermeisterin sowie Wirtschaftsförderin Susanne Zamecki persönlich über das rund zehn Hektar große Betriebsgelände in Germendorf – vorbei an Baggern, Greifern, Schreddern und anderen schweren Geräten, die hier täglich im Einsatz sind. Mehr als 150 Menschen arbeiten inzwischen für das regional verwurzelte Unternehmen.
Der Betrieb ist ein zentraler Umschlagplatz der Kreislaufwirtschaft in der Region: Immer wieder rollen Lkw der AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel über das Gelände, die im Auftrag des Landkreises den Hausmüll aus mehr als 66.000 Haushalten einsammeln. Ein Großteil der Abfälle aus dem Landkreis wird am Standort umgeschlagen. In den Aufbereitungsanlagen werden Metalle, Bau- und Gewerbeabfälle sortiert und aufbereitet, bis wertvolle Rohstoffe wieder herauskommen. Beim Metallrecycling gehört Grunske zu den führenden Betrieben der Region: Schrott und Buntmetalle werden getrennt, aufbereitet und als Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Sogar für saubere Verhältnisse ist gesorgt – ein Kran wischt den Boden mit anhängenden Lumpenballen sauber.
Neu im Angebot ist eine Betontankstelle: Wer nicht selbst mischen möchte, kann dort Frischbeton bedarfsgerecht herstellen lassen – bereits ab kleinen Mengen von 0,15 Kubikmetern. Nach der Anmeldung an der Kasse startet ein QR-Code die automatisierte Anlage, der fertige Beton wird direkt in das mitgebrachte Transportgefäß, etwa einen Anhänger, ausgegeben. Kleinere Mengen können so bequem selbst abgeholt werden; auf Wunsch ist der Beton auch mit Verzögerer erhältlich. Das Angebot richtet sich an kleinere Bauvorhaben und Reparaturarbeiten – und schließt die Lücke zwischen dem Mischen im Handwerkerkübel und der Lieferung per Betonmischer.
Die BioKräuterei Oberhavel am Ruppiner Kanal steht für eine ganz andere Form nachhaltigen Wirtschaftens. Betriebsgründer Matthias Anders, der den Öko-Gemüsebaubetrieb vor 20 Jahren als Bildungsprojekt ins Leben rief, nahm die Bürgermeisterin mit auf die rund zehn Hektar großen Anbauflächen. Der Betrieb setzt auf bio-regenerativen Anbau und Solidarische Landwirtschaft – seit 2015 werden mehr als 200 Ernteanteile an Mitglieder in Oranienburg und Berlin verteilt –, bildet aus und engagiert sich in Bildungs- und Forschungsprojekten.
Der Betrieb ist assoziiert mit der Genossenschaft BioAnbau Oberhavel eG, die 2012 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Umfeld der BioKräuterei gegründet wurde. Die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft und der Genossenschaft teilen die Idee des bio-regenerativen Anbaus – und packen bei Mitmachtagen auch selbst mit an, sei es bei der Ernte, beim Unkrautjäten oder beim Aufbau neuer Anbauflächen. Und die BioKräuterei will wachsen: Zusätzliche Flächen kommen hinzu, um die Versorgung der Solawi-Mitglieder (Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.) in Oranienburg und Berlin weiter auszubauen. Geplant ist zudem ein Hofladen, der die Direktvermarktung vor Ort stärken und die Erzeugnisse künftig noch näher an die Oranienburgerinnen und Oranienburger bringen soll. „Zwei ganz unterschiedliche Betriebe gestalten Oranienburg als Wirtschaftsstandort mit und zeigen, wie vielfältig Engagement für Nachhaltigkeit aussehen kann“, so Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder. Die Reihe der Unternehmensbesuche wird fortgesetzt.


