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Kampfmittelsuche in Oranienburg

  INFOBOX: KAMPFMITTELSUCHE
 

Information zum Ablauf einer

Bombenentschärfung

(Informationsblatt, PDF-Datei; ca. 120 KB)

  Informationen zum neuen UltraTEM-Verfahren
  Konzept Kampfmittelsuche
  Anlagen zum Konzept (PDF-Dateien)
Anlage A (Auflistung nach
Nutzungsarten)
| Kategorie 1
Kategorie 2 | Kategorie 3
Kategorie 4 | Kategorie 4 (2)
  »Spyra-Gutachten« von 2008
(externer Link)
  Ansprechpartner in der
Stadtverwaltung Oranienburg
  Kampfmittelbeseitigungsdienst
des Landes (externer Link)
 

SMS-Service bei Bombenneutralisierungen

Informationen und Anmeldeformular (PDF)

  Anträge/Informationen
  Aktuelle Räummaßnahmen
mit Auswirkungen auf den

Straßenverkehr
(Link zur Baustellen-Info-Seite)
  Spendenkonto für die Geschädigten von
Bombensprengungen in Oranienburg
   

Historischer Hintergrund:

Luftangriffe auf Oranienburg

 

Seine Funktion als Sitz von chemischer Industrie und Rüstungsbetrieben wurde Oranienburg zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Verhängnis. Sie machten die Stadt zu einem vorrangigen Ziel der Luftangriffe der Alliierten. Große Teile der Stadt wurden durch Bombenschäden zerstört. Unzählige Bombenblindgänger erschweren noch heute die Stadtentwicklung. Neben tausenden Bomben mit konventionellen Aufschlagzündern gingen insgesamt rund 10.500 Großbomben schwerpunktmäßig auf die Auer-Werke in der Lehnitzstraße, den Bahnhof, die Heinkel-Flugzeugwerke in Annahof, diverse SS-Depots und den Flughafen nieder.

 

Die über Oranienburg abgeworfenen Fünf- bis Zehn-Zentnerbomben mit chemischem Langzeitzünder waren so eingestellt, dass sie erst 12 bis 48 Stunden nach ihrem Aufprall zünden sollten, um neben der Zerstörungswirkung auch demoralisierend auf die Bevölkerung Einfluss zu nehmen. Aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit in unserer Stadt nahmen viele dieser Sprengkörper nach dem Eindringen in den Boden einen ellipsenförmigen Verlauf mit dem Ergebnis, dass der Zündmechanismus nicht auf die nach oben zeigende Bombe einwirken konnte, jedoch grundsätzlich aktiv blieb – oft genug bis heute.

 

Beginn der Aufräumarbeiten

Noch während des Krieges begannen die Aufräumarbeiten in der Stadt Oranienburg, teilweise wurden dabei Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter eingesetzt. Auch während der DDR-Zeit wurden zahlreiche Bombenblindgänger beseitigt. So konnten zwischen den Jahren 1965 und 1990 über 200 Blindgänger entschärft werden.

 

 

  Bombenentschärfung
  Nach erfolgreicher Entschärfung: Mitarbeiter des Kampfmittel-
beseitigungsdienstes mit Bürgermeister Laesicke (2. v.l.)

   

Nach der Wende: Kampfmittelsuche des Landes Brandenburg

 

Nach der Wende wurde zunächst im Vorfeld von Bauarbeiten gezielt das Baufeld abgesucht.

Nachdem das Land Brandenburg Luftbildaufnahmen (Fotos der alliierten Fliegerpiloten, die die Ergebnisse ihrer Bombenabwürfe dokumentierten) kaufen konnte, wurden diese die Grundlage für eine punktuelle durch das Land finanzierte Kampfmittelsuche. Seit 1997 ermöglicht ein Erlass des Ministeriums des Innern Grundstückseigentümern, sich zur Erteilung von Kampfmittelfreiheitsbescheinigungen entweder an den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) zu wenden oder selber eine Munitionsbergungsfirma zu beauftragen.

 

Die ordnungsbehördliche Verordnung zur Verhütung von Schäden durch Kampfmittel (Kampfmittelverordnung für das Land Brandenburg – KampfmV) wurde durch den Minister des Innern am 23.November 1998 in Kraft gesetzt. Seitdem entwickelte die Stadt Oranienburg – anfangs gemeinsam mit dem Landkreis Oberhavel – Prioritätenlisten. Danach wurden zuerst stark frequentierte Flächen wie Schulen, Kitas etc., die eine besondere Bedeutung für die städtische Gemeinschaft besitzen, abgesucht. Diese Prioritätenlisten werden jährlich fortgeschrieben.

 

Bei der Kultivierung der „Pferdeinsel“, die sich zwischen Louise-Henriette-Steg und „Blauem Wunder“ befindet, wurden Bombenblingänger entdeckt, die sich im Luftbild nicht erkennen ließen. Dies führte erneut zu einer geänderten Vorgehensweise der Kampfmittelsuche. Am 18.09.2000 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine systematische Kampfmittelsuche auch auf Privatgrundstücken. Es folgten Petitionen an den Landtag des Landes Brandenburg, welcher seitdem drei Bundesratsinitiativen zur finanziellen Beteiligung des Bundes an den Folgekosten der Bombenbeseitigung initiierte. Die Bundesratsinitiativen wurden in jedem Fall entweder vom Deutschen Bundestag gar nicht erst behandelt oder zurückgewiesen. 2014 beschloss der Bundesrat auf Antrag Brandenburgs und Niedersachsens erneut, dem Bundestag einen Antrag zur Übernahme von Kosten der Kampfmittelsuche vorzulegen.

 

Die Stadt Oranienburg ist seit Jahren Schwerpunkt des Handelns des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, der im Auftrag des Landes Brandenburg jährlich rund drei Millionen Euro für Kampfmittelsuche und -beseitigung in der Kreisstadt einsetzt. Dies entspricht ungefähr 50 % der Gelder, die für das gesamte Bundesland zur Verfügung stehen. Die Stadt hat sich mit dem am 26.09.2011 beschlossenen „Konzept Kampfmittelsuche“ dahingehend gebunden, in den nächsten 20 Jahren über 70 Millionen EUR für Maßnahmen der Kampfmittelsuche vorzuhalten. Mittlerweile wurden die Rückstellungen sogar auf mehr als 140 Millionen Euro angehoben, denn die Kosten der Vorarbeiten für die einzelnen Entschärfungen sind insbesondere durch die oft notwendigen Grundwasserabsenkungen enorm gestiegen. Zudem ist die Stadt als örtliche Ordnungsbehörde für die Gefahrenerforschung und ggf. –abwehr auf privaten Grundstücken verantwortlich und benötigt auch dafür finanzielle Mittel.

 

Die Stadt Oranienburg, die nicht nur als örtliche Ordnungsbehörde tätig wird, sondern auch als größter Eigentümer kommunaler Grundstücke betroffen ist, benennt im Rahmen der systematischen Suche die abzusuchenden Grundstücke, schafft die notwendige Arbeitsfreiheit sowie bei Bedarf die Voraussetzungen für eine Bomben-Neutralisierung und stellt im Anschluss auch wieder den ursprünglichen Zustand her. Von 1990 bis 2014 wurden rund 180 weitere Blindgänger entschärft.

 

»Spyra-Gutachten« 2008

Ergänzende Erkenntnisse lieferte 2008 die „Mittel- und langfristigen Konzeption der Kampfmittelräumung in Oranienburg – Begutachtung zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter Berücksichtigung der Aspekte Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit“ der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Auftraggeber war der Zentraldienst der Polizei bzw. das Brandenburgische Innenministerium. Mit dem Vorliegen dieses so genannten „Spyra-Gutachtens“ erfolgte eine Neufestsetzung der Abfolge der Suche nach Bombenblindgängern. Es wurden im Oranienburger Stadtgebiet 10 Gefährdungsklassen definiert, wobei die Gefährdungsklasse 10 die höchste Stufe darstellt und 1 die niedrigste.  Priorität hat demnach zunächst, das am meisten gefährdete Kerngebiet Oranienburgs von Kampfmitteln zu befreien.

 

Nachdem dieses Gutachten zunächst als interne Arbeitsgrundlage diente, stellte das Brandenburger Innenministerium dieses Gutachten im Mai 2010 unter der Rubrik „Innere Sicherheit“ auf seine Homepage: http://www.mi.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.210987.de. Das Gutachten kann in ausgedruckter Form auch in den Räumen der Stadtbibliothek Oranienburg eingesehen werden.

 

 

Ansprechpartner in der Stadtverwaltung Oranienburg:

 

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne die Mitarbeiter/innen des Sachgebietes Kampfmittel/Altlasten im Ordnungsamt der Stadt Oranienburg zur Verfügung – die Kontaktdaten finden Sie hier:

 

>> Sachgebiet Kampfmittel/Altlasten

 

 

Weitere Informationen auch beim Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD): zur Internetseite des KMBD ...